Ich sitze nun im Moment in Otavalo im Internetcafé - soeben zurueckgekommen aus Intag.
Los ging es vergangenen Mittwoch mit einer durchaus abenteurlichen Busfahrt, ca. 3 Stunden ueber kleine und noch kleinere Strassen, teils nah an scheinbar in unendlichen Nebel fuehrenden Abgruenden - Ecuador in Reinform eben. Aber von Bergnebelwaelder bewachsene Haenge mit tiefen Taelern bieten - sollte der Nebel freie Sicht zulassen - oft beeindruckende Ausblicke. Angekommen in Apuela, einem der groesseren Orte im Intag-Gebiet mit immerhin 500 Einwohnern: Eine Hauptstrasse, eine kleine Plaza, drei kleine Restaurants, massig tiendas und Menschen, die ihm Vergleich zur schwarzen Kueste erstmal distanzierter, verschlossener wirken. In den folgenden Tagen, sobald man mit manchen Menschen etwas näher in Kontakt kam, aber durchaus auch viel Herzlichkeit und offenes Interesse. Hier also schlage ich für die nächste Woche Quartier auf. Hergekommen, um die dortigen deutschen Voluntarios zu treffen, die auch ueber yap hier sind und mit denen ich ja schon ueber Neujahr die Kueste unsicher gemacht habe.
Mit selbigen habe ich auch dann die naechste Woche verbracht. In den ersten Tagen gab es nicht wirklich viel zu tun - aufgrund der starken Regenfaelle in Ecuador derzeit (die ja anscheinend sogar schon in deutschen Nachrichten auftauchen) waren mehrere Strassen durch Erdruetsche nicht passierbar, sodass wir groesstenteils in Apuela festsassen. So haben wir denn einige Texte der Kooperative des Intag-Kaffees (Bioanbau, Foerdung von Kleinbauern, Vertrieb ueber Fair Trade etc.) ins Deutsche uebersetzt, da, wenn alles gut laueft, durch Initiative von Leon der Intag-Kaffee demnaechst auch in Deutschland ueber einen Fair-Trade-Vertrieb erhaeltlich sein wird.
Nachdem am Freitag immer noch keine Maschinen zum Strassenraeumen bereitstanden, da sie anscheinend anderswo an wichtigeren Verbindungen eingesetzt wurden, hat die oertliche Bevoelkerung dann in Form einer minga, einer Gemeinschaftsarbeit, mit ca. 60 Mann und Schaufeln die Strasse nach oben freigeraeumt - abenteuerlich, vor allem als dann die ersten LKWs ueber die gerade so halbwegs geraumte Erdpiste am Abgrund vorbei nach oben durchgefahren sind …
Bis Montag war dann aber dank inzwischen verfuegbarer Maschinenkraft alles frei und wir konnten in anderthalb Stunden zu einem Reserva fahren, wo die Voluntarios hier in den letzten Wochen einen Orchideengarten angelegt haben, samt Huette zum Unterstellen - fuer welche wir dann begonnen haben, ein Dach aus Zuckerrohr-“Stroh” zu bauen (bzw. das Material herbeizuschaffen, dank weiterer derrumbos (Erdrutschen) teils zu Pferd …).
Zum Abschluss am Dienstag hatte ich dann die Ehre, dem Abschiedsessen von Andi und Kristin bei ihrer Gastfamilie beizuwohnen - schöner Abend, guter Abschluss einer Woche Intag, und mein erstes cuy!
Intag
Beschreibung:
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