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Ecuador!

Ecuador blog online!

In 18 days, I’ll leave Germany for 6 months and do a voluntary service in Ecuador. I will post in this new section on unbiskant.org as often as possible, sharing photos, experiences, thoughts, ideas, adventures, problems, dreams - living in a foreign country for 6 month and working in a so far completely unknown environment will presumably bring lots of all of these. Stay tuned.

Erste Bilder!

Beschreibung: 

Quito, 16:36. Es ist soweit: Erste Bilder!

Edit: Einige Bilder wurden nicht angezeigt. Jetzt schon.

Ich sitze im Moment in einem schoenen Internetcafé in Quito. Bin heute zum zweiten Mal in Quito, und das erste Mal in der Altstadt. Hat durchaus schoene Seiten - viele Kolonialzeitbauten und einige schoene Plazas. Auffallend die extreme Polizeipraesenz, praktisch an jeder Strassenecke und auf jedem Platz steht jemand, manche in gruen mit Saebel, andere in schwarz mit Maschinenpistole, manchmal auch Militaers. Ist wohl nicht nur zum Touristenschutz (das aber auch), sondern noch ein Ueberbleibsel vom letzten Wochenende, an dem Wahlen waren und es wohl diverse Demonstrationen gab.

Ansonsten: Ich wohne im Moment bei Daniel und seinem Vater, Rafu. Letzterer hat vor einiger Zeit hier eine alternative Schule gegruendet, das Centro del Amanecer, in dem auch einige Freiwillge arbeiten und aus dem das Projekt Integra-Ecuador hervorging (ueber das ich meinen Freiwilligendienst machen werde). Haus und Schule sind abenteuerliche 20 Minuten auf teils unbefestiger Strasse von Tumbaco in der Pampa. Dort wohne ich also in einer Huette mit im Moment zwei anderen deutschen Freiwillgen, Lena und Annabel. Total schoen hier, ueberall Haengematten und Hunde - die Bilder sagen mehr als Worte.

Naja, ich werde jetzt also hier in Quito die naechsten Tage ein paar Spanischstunden nehmen. Und irgendwann naechste Woche gehts dann vermutlich los - ab nach Palmareal, ein pueblo muy pequeño bei Rocafuerte bei Esmeraldas im Norden von Ecuador, ca. 7 Busstunden von Quito. Eine Schule, eine Lehrerin und eine Huette in der ich wohnen werde. Ich bin gespannt.

Bilder aus Palmareal

Beschreibung: 

Ein paar Fotos, Eindruecke. Mehr gibts sobald ich irgendwo schnelleres Internet finde.

Schule mal anders.

Rio Verde, 15:48. Sitze grade in einem Buero der Kommunalverwaltung von Rio Verde, da Ines hier was erledigen muss und es hier Internet gibt, was mir freundlicherweise angeboten wurde.

Zur Schule in Palmareal: In Ecuador betraegt die Pflichtschulzeit 7 Jahre. Und somit sind in der Schule von Palmareal eben Kinder von 6 bis 13 Jahren - alle in einem Klassenzimmer, mit einer Lehrerin -, insgesamt ca. 20 bis 25. Montag bis Freitag, Anfang eigentlicht um 8, tatsaechlich zwischen halb 9 und 9 (da kommen die Kinder dann so nach und nach an), bis um 13:00.
So sind dann eben 7 “Klassen” in einem Raum. Da sollen die einen Matheaufgaben machen, den anderen werden danach die Buchstaben des Alphabets beigebracht etc.
Das ganze ist, im Vergleich zu Deutschland, sehr langsam. Was vor allem daran liegt, dass die Kinder oft einfach mal eine Stunde fast nichts machen.
Ich habe die letzten Tage hier bei Mathe hier und da ausgeholfen (das geht am ehesten mit meinen Spanischkenntnissen). Teilweise deprimierend ;)

Die Sechstklaessler (4 Jungs) z.B. machen grade Primfaktorzerlegung. Das heisst dann, dass es morgens ne kleine Erklaerung und ne Aufgabe gibt (z.B. Primfaktorzerlegung von 65 etc.) - und das geht dann erstmal 1, 2 Stunden mit der Aufgabe … unter anderem weil 3 von den Vieren ca. 30 Sekunden brauchen um mir zu sagen was cuatro por cinco ist, aber auch weil dann eben zwischendrin mal ne halbe Stunde gar nix laeuft. Dann vielleicht noch ne 2. oder 3. Aufgabe, und dann ist der Schultag auch schon zu Ende.
Oder: Ein vielleicht 10-jaehriger Junge, der seinem Mathebuch zu Folge grade schriftliches Addieren im Zahlenraum bis 10 000 machen soll - mit der Aufgabe total ueberfordert, also helfe ich ihm, Schritt fuer Schritt eben, Bueno. Esto son mil. Esto son mil tambien. Cuando tengo? - Antwort: Tres cientos? oder (12) Que es esto numero? - Veintiuno. - No, son doce. Veintiuno es este (21). Bien. Que es este? (14) - Veintiuno. - Noooo... Und diesem Jungen soll ich also schriftliches Addieren im Zahlenraum bis 10 000 erklaeren. ;)

Die Kinder - manche sehr schuechtern, manche aufgeweckt. Zu letzeren gehoert z.B. Fernando, der einzige der die Primfaktorzerlegung annaehrend verstanden hat. Bei ihm hab ich das Gefuehl, dass auch wirklich etwas ankommt wenn ich etwas sage und der z.B. auch was sagt wenn er mich nicht verstanden hat oder wenn ich grammatischen Abfall produziert habe ;)
Die meisten anderen sind zunaechst erstmal eher schuechtern, aber dann, wenn man sie mal anspricht, auch durchaus aufmerksam oder interessiert. Ausserhalb der Schule sind die meisten deutlich aufgweckter und lebhafter. 3 Kinder einer Familie, die in der Naehe von Ines (und somit mir im Moment) wohnen, kommen z.B. oefters nachmittags vorbei um mit den Tieren zu helfen oder Wasser zu holen, und da sind sie dann auch witzig, albern rum etc.

Muss nun los, bald mehr!

Kakao und Co

Beschreibung: 

Nochmal neue Bilder!
Hier in Palma Real gibt es derzeit ein interessantes Projekt, bei dem mit Hilfe einer ecuadorianischen Stiftung auf kommunaler Ebene cacao de fin aroma angebaut werden soll. Soweit ich das bisher verstanden habe, hat Palma Real dabei zunaechst 1000 Setzlinge sehr billig oder sogar geschenkt bekommen. Ausserdem war letzten Mittwoch da ein Mensch von besagter Stiftung im Dorf, der uns erklaert hat, wie man diesen cacao de fin aroma richtig anbaut.

Fuer alle Schokoladenfreaks hier also der Crashkurs, wie man den weltbesten Kakao bekommt:

1) Nur Bohnen von gut tragenden und vollkommen gesunden Pflanzen verwenden. Trocknen. Mit einem lilanen Pulver, einem Naturduenger, in Wasser einweichen. Dann in kleine Plastiktuetchen, die mit einer Mischung aus 40% Kompost und 60% normaler Erde gefuellt sind, einpflanzen. Die Setzlinge brauchen unbedingt Schatten, also das Ganze mit Banenenblaettern abdecken. Taeglich giessen.

2.) Um die Pflanzen resistenter und ertragreicher zu machen, sollte nach ca. 3 Wochen eine injertaticion erfolgen - die Setzlinge (patrones) werden mit einem Aestchen von einer einer aelteren, gut tragenden und gesunden Pflanze gepropft: Ast vom Baum abschneiden (muss gleich dick wie der Setzlingsstamm sein), Blaetter abschneiden, unten mit einem absolut geraden Schnitt (vom sauberem, desinfizierten Messer, wie betont wurde) schraeg anschneiden, dann den Setzling bis kurz vor der Haelfte des “Stammes” ebenfalls schraeg einschneiden, Ast einsetzen, mit Plastikfolie umwickeln. Nach 3 Wochen kann die Folie entfernt werden.

3.) Nach 3 Wochen die Setzlinge in groessere Tueten umsetzen. Schatten ist jetzt nicht mehr noetig. Nach ca. 3 Monaten endgueltig verpflanzen mit einem Abstand von ca. 3 m zwischen den einzelnen Pflanzen. Immernoch taegliches Giessen noetig wenn Regen ausbleibt.

4.) Warten. Nach 3 Jahren kann mit einer verwertbaren Ernte gerechnet werden. Ein Kakaobaum wird ungefaher 3 bis 6 Meter hoch und bis zu 40 Jahre alt. Nachhaltige Zukunftsinvestition das Ganze, also.

Otavalo

Beschreibung: 

Letztes Wochenende war ich in Otavalo, ca. 50 km noerdlich von Quito im andinen Hochland gelegen. Otavalo ist gewissermassen die Hauptstadt des “Big Poncho Buisness”. Hauptsaechlich von Indigenas bevoelkert, und der Samstagsmarkt ist einfach gigantisch riesig, da gibts alles von Artesania, Trachten, massig Essen und nochmal Artesania, dazu noch einen ebenfalls grossen Viehmarkt mit Kuehen, Schweinen, Gefluegel und einem Lama. Eine Kuh kostet hier zwischen 150 und 400 Dollar, ein Ferkel zwischen 10 und 20, ein Schwein je nach Gewicht 50 bis 100. Die Otavalo-Indianer gelten teilweise als die reichsten des Landes - offenes Selbstbewusstsein ist ueberall sichtbar, dazu eben eine gelungene Kommerzialisierung der traditionellen Produkte.

Anlass meines Besuches in Otavalo war uebrigens ein Treffen mit den Organisatoren von yap-cfd, von denen 3 im Moment in Ecuador sind, um sich die diversen Projekte anzuschauen, mehreren Leuten die in Ecuador mit Freiwillgen arbeiten und noch 4 anderen Freiwillgen von yap in Ecuador. Das Treffen war durchwegs interessant, hat sich also auf jeden Fall gelohnt.

Ansonsten waren wir noch an einem schoenen Wasserfall in der Naehe (Dusche inbegriffen) und einer Lagune bei Ibarra.

Ich lebe noch!

Beschreibung: 

Ja, ich bin in der Tat weder von kolumbianischen Guerillos verschleppt worden noch an einem Spinnenbiss verendet - sollten aufgrund meiner zugegebenermassen etwas langen Nachrichtenabstinenz derartige Vermutungen aufgekommen sein, so denn - ich lebe!

Das es wirklich schon ueber einen Monat seit meiner letzten Nachricht an die Weltoeffentlichkeit ist hat mich dann aber doch selbst verwundert - ihr seht, Internet ist (und bleibt) hier Mangelware.

In Kuerze: Ich bin nach wie vor in Palma Real zu Gange, lebe nach wie vor bei Ines und Segundo, unterrichte nach wie vor meine muchachos in Mathe und Englisch.

Ansonsten war hier die letzten 4 Wochenenden Party angesagt. Los gings vor viereinhalb Wochen mit der fiesta de Chunguillo (Nachbardorf von Palma Real, von meinem Haus naeher als die Schule, ca. 15 min zu Fuss oder 5 min im Galopp zu Pferd). Samstag und Sonntag, jeweils bis zu spaeter Stunde - Bier, Salsa, election de la reyna, gestandene Maenner abgrundtief betrunken, Pferderennen, Wildwestfestivalstimmung. Am Sonntag gabs dann noch einen muehsam eingeprobten Marimba-Auftritt einiger Maedels meiner Schule bei einem Marimba-Schulwettbewerb - sehr amuesant. Atmosphaere war dort durchwegs gut, bin groesstenteils mit 3 esmeraldeños unterwegs gewesen, die hier mit Reggaeton und Showeinlagen die Stars des Abends waren. Ausserdem 2 Jungs aus Rocafuerte kennengelernt, selbige waren mich letzten Sonntag hier in Palma Real besuchen - Rubén, einer der beiden, hat mich dann mit kommunistischem Lesestoff der partida marxista-leninista versorgt und mich ueber die Geschichte der russischen Revolution ausgefragt - gute Gesellschaft also ;)

Vor zwei Wochen war dann grande baile en Argentina - nach Einladung von jemandem, den ich bei besagter fiesta kennenlernte, mit Freddy, einem meiner “Nachbarn”, und noch 2 Jungs so gegen 8 losgeritten, ca. eine halbe Stunde in flottem Trab durch die Pampa, Pferde neben den 20 anderen vor der Schule angebunden, in welcher dann bei den immergleichen Salsaklaengen getanzt wurde. Das Ganze endete dann gegen 1 Uhr in einer richtig klassischen, grossen Dorfschlaegerei - Irgendeine Frauengeschichte als Ausloeser, betrunkene Machos als Katalysator und die ebenfalls angetrunkenen amigos derselbigen natuerlich sofort mit dabei - am Ende ist dann wirklich das halbe Dorf auf den Beinen bzw. am Boden gewesen. Ausgesprochen interessant. Ging aber gluecklicherweise ohne Verletze aus, sodass wir ohne Probleme weiter zur naechsten Disco (einfach ein beschalltes Wohnzimmer irgendwo mitten in der Pampa) und von dort dann mit 2, 3 kleinen Wettgalopps in Windeseile nach Hause reiten konnten. Das ist also Samstagabendausgehen in Ecuador - Nachtbus is nich ;)

Letztes Wochenende zu guter letzt fiesta de La Perla, von Palma Real nochmal eine gute halbe Stunde per Auto weiter al dentro - wie zu erwarten die gleichen Salsaklaenge, Stimmung auch hier gut, einige Bekanntschaften der anderen fiestas wiedergetroffen etc.

Unter der Woche ist hier nun wirklich Alltag eingekehrt - aufwachen so gegen halb 6, 6, aufstehen gegen 7, kurzes Bad im Fluss, Kochbananen mit queso oder pescado frito zum Fruehstueck, dann gegen 8 mit Ines in Richtung Schule, hoffen, dass ein Pickup vorbeikommt, ansonsten eben eine gute halbe Stunde zu Fuss. Schule geht so bis 1, 2 oder 3 - je nachdem, ob es Mittagessen in der Schule gibt und nach Lust und Stimmung von Ines. Ich “unterrichte” weiterhin Mathe, helfe auch bei den anderen Faechern und auch etwas Englisch, wobei ich bei letzterem mich derzeit noch irgendwie etwas ueberfordert fuehle - ist schwieriger als erwartet, Materialien oder sowas Fehlanzeige und hier gibts einfach niemanden sonst der Englisch spricht. “Hello, my name is …” kann man bei manchen aber immerhin schon mit gutem Willen fast fuer Englisch halten.

Die Nachmittage meistens ruhig, ab und an nach Rocafuerte, oder Geklimper auf der Gitarre, die ich hier gefunden habe und die, nachdem ich erstmal nach langer und verzweifelter Suche neue Saiten erstanden habe, sogar halbwegs bespielbar ist.

Montañita

Beschreibung: 

Montañita - Surfen, Strand, massig korrekte Leute, phantastisches Wetter, mit 5 anderen coolen Deutschen (die alle hier in Ecuador auch Freiwilligendienst machen im Moment) in einem Doppelzimmer, dafuer auch nur 2 Euro pro Nacht - Urlaub pur, war gestern das erste mal Surfen, morgen ist hier dicke Sylvesterparty angesagt - ich geniesse es.

Ciao, Palma Real!

Wieder mehr als ein Monat seit dem letzten Eintrag!
Seit ca. zwei Wochen bin ich nun also endgültig fertig mit meinem Freiwilligendienst an der “schwarzen” Küste Ecuadors.

Die letzten 2, 3 Wochen in Palma Real waren vor allem geprägt vom frühen Winteranfang an Ecuadors Küste - zwar ohne Einfluss auf die Temperaturen, weiterhin stets um die 20 Grad oder mehr, allerdings mit grossem Einfluss auf die Niederschlagsmengen. Selbige verwandelten die Strasse von meinem Haus in Richtung Schule in eine einzige Schlammpiste, barfuss oder Gummistiefel einzige Möglichkeit, sich da durchzukämpfen. Der Fluss, der exakt zwischen meinem holden Heim und der einzigen Strasse liegt, war im Januar von dem kleinen, maximal knöchelhohen Bächlein, das ich aus den ersten drei Monaten gewohnt war, zu einem richtigen, meist brusthohen Fluss angewachsen - da das Kanu ein faustgrosses Loch am Bug hatte, war ein trockenes Überschreiten somit unmöglich. In der letzen Woche musste ich dann auch allen Ernstes zwei Mal schwimmen, um weg- bzw. wieder zurückzukommen.

Aufgrund dieser eher einschränkenden Klimabedingungen war dann auch mit Schule nicht allzuviel her - mehr als drei Mal pro Woche war nich drin. Somit waren diese letzten Wochen teils, naja, etwas öde.

Zum Abschluss dann, am 2. Februar, gabs dann noch ein schönes Schuljahrsabschlussfestle in der Schule, mit Keksen, Bonbons, viel Musik und einigen Abschiedsworten meinerseits. Gelungener Abschied insgesamt also!

Am Tag drauf gings dann nach Rocafuerte, Karneval war angesagt - eine durchfeierte und vor allem nasse Nacht (der offensichtlichste Karnevalsbrauch in Ecuador ist es, jedwedige bekannte und auch fremde Passanten auf jedwedige Art mit Wasser oder Seifenschaum zu bespritzen, bewerfen, übergiessen) als Abschied von den muchachos aus Rocafuerte.

Daraufhin ab nach Quito, wo ich mich im Moment immer noch herumtreibe. Ich wohne derzeit in einer WG von fünf anderen Deutschen, die hier im Norden von Quito ihren Zivi machen. Richtig mondänes Grossstadt-WG-Leben also - mit viel freier Zeit, mal wieder richtigen deutschen Gesprächen, einigen Disco-Abenden, zusammen bei irgendwelchen Filmen im Wohnzimmer abhängen etc. Ich geniesse es im Moment durchaus.

Dazu kommt dann noch eine stets wechselnde Anzahl an anderen Couchsurfern, im Moment zwei Französinnen, eine US-Amerikanerin, ein Grieche, eine Rumänin, eine Deutsche und ich.

In einigen Tagen werde ich dann zunächst in Richtung Norden nach Intag aufbrechen, eine Region ca. 4 Stunden per Bus von Quito, wo ich die Deutschen, mit denen ich schon über Neujahr unterwegs war, besuchen gehe. Selbige arbeiten dort in einem Umwelt- und Ökotourismusprojekt - in Intag wollen momentan mehrere internationale mineria-Konzerne Kupfer abbauen, mit wohl katastrophalen Folgen für die nach allen Erzählungen aussergewöhnlich schöne und unberührte Natur in Intag. Die erwähnten Projekte wollen nun genau dies verhindern und auch den Menschen vor Ort beispielsweise über kommunitären “Ökotourismus” alternative Einkommensquellen schaffen. Durchaus interessant also. Nun ja - wie lange ich dann dort bleiben werde, liegt noch im Ungewissen. Vielleicht bleibt es bei einem Besuch, vielleicht werde ich auch noch etwas arbeiten. Beizeiten mehr.

Intag

Beschreibung: 

Ich sitze nun im Moment in Otavalo im Internetcafé - soeben zurueckgekommen aus Intag.
Los ging es vergangenen Mittwoch mit einer durchaus abenteurlichen Busfahrt, ca. 3 Stunden ueber kleine und noch kleinere Strassen, teils nah an scheinbar in unendlichen Nebel fuehrenden Abgruenden - Ecuador in Reinform eben. Aber von Bergnebelwaelder bewachsene Haenge mit tiefen Taelern bieten - sollte der Nebel freie Sicht zulassen - oft beeindruckende Ausblicke. Angekommen in Apuela, einem der groesseren Orte im Intag-Gebiet mit immerhin 500 Einwohnern: Eine Hauptstrasse, eine kleine Plaza, drei kleine Restaurants, massig tiendas und Menschen, die ihm Vergleich zur schwarzen Kueste erstmal distanzierter, verschlossener wirken. In den folgenden Tagen, sobald man mit manchen Menschen etwas näher in Kontakt kam, aber durchaus auch viel Herzlichkeit und offenes Interesse. Hier also schlage ich für die nächste Woche Quartier auf. Hergekommen, um die dortigen deutschen Voluntarios zu treffen, die auch ueber yap hier sind und mit denen ich ja schon ueber Neujahr die Kueste unsicher gemacht habe.
Mit selbigen habe ich auch dann die naechste Woche verbracht. In den ersten Tagen gab es nicht wirklich viel zu tun - aufgrund der starken Regenfaelle in Ecuador derzeit (die ja anscheinend sogar schon in deutschen Nachrichten auftauchen) waren mehrere Strassen durch Erdruetsche nicht passierbar, sodass wir groesstenteils in Apuela festsassen. So haben wir denn einige Texte der Kooperative des Intag-Kaffees (Bioanbau, Foerdung von Kleinbauern, Vertrieb ueber Fair Trade etc.) ins Deutsche uebersetzt, da, wenn alles gut laueft, durch Initiative von Leon der Intag-Kaffee demnaechst auch in Deutschland ueber einen Fair-Trade-Vertrieb erhaeltlich sein wird.
Nachdem am Freitag immer noch keine Maschinen zum Strassenraeumen bereitstanden, da sie anscheinend anderswo an wichtigeren Verbindungen eingesetzt wurden, hat die oertliche Bevoelkerung dann in Form einer minga, einer Gemeinschaftsarbeit, mit ca. 60 Mann und Schaufeln die Strasse nach oben freigeraeumt - abenteuerlich, vor allem als dann die ersten LKWs ueber die gerade so halbwegs geraumte Erdpiste am Abgrund vorbei nach oben durchgefahren sind …
Bis Montag war dann aber dank inzwischen verfuegbarer Maschinenkraft alles frei und wir konnten in anderthalb Stunden zu einem Reserva fahren, wo die Voluntarios hier in den letzten Wochen einen Orchideengarten angelegt haben, samt Huette zum Unterstellen - fuer welche wir dann begonnen haben, ein Dach aus Zuckerrohr-“Stroh” zu bauen (bzw. das Material herbeizuschaffen, dank weiterer derrumbos (Erdrutschen) teils zu Pferd …).
Zum Abschluss am Dienstag hatte ich dann die Ehre, dem Abschiedsessen von Andi und Kristin bei ihrer Gastfamilie beizuwohnen - schöner Abend, guter Abschluss einer Woche Intag, und mein erstes cuy!