Nach fast einer Woche in Cuenca - einer wirklich tollen Stadt, hat mir sehr gut gefallen, schönes Zentrum, viele coole Cafés, viel Kultur und sehr viele interessante Menschen - ging es zunächst weiter nach Zaruma, schönes kleines Goldgräberstädtchen, und dann nach Vilcabamba, das Dorf der ewigen Jugend (angeblich gibt es hier mehrere über 100 jährige), das sich inzwischen zu einem kleinen Backpacker-Mekka entwickelt hat. Mittwoch gehts nach Peru.
Ecuador!
Zeit, wo bist du nur geblieben ...
Ja, ich weiss, es gab lange nichts neues von mir. Zu lange, zugegeben. Nun ja!
Ich bin also in wechselnder Begleitung durch Peru marschiert, habe in Cajamarca das Nachtleben und präinkanische Wasserleitungen zelebriert, in Huanchaco und Trujillo den Pazifik genossen und riesige Sandburgen durchschritten, mich von Limas Grösse überwältigen lassen und dessen schöne Seiten schön gefunden, von da ab für lange Zeit in vorzüglicher Reisebegleitung in Form eines Staatsgenossen den ich in Quito kennenlernte unterwegs gewesen, in Pisco schockiert von den immer noch überall sichtbaren Folgen des Erdbebens im letzten Jahr Pinguine und Seelöwen observiert, in Arequipa drei Tage durch den Colca-Canyon gewandert, in Cuzco eine sehr schöne Stadt voller Inka-Mauern trotz unglaublicher Touristenmassen genossen, auf abenteuerlichen Wegen die unglaubliche, verrückte verlorene Stadt der Inka, Machu Picchu, erstiegen, über schwimmende Inseln im Titicacasee bei Puno gewandelt, habe die Grenze nach Bolivien mit Bravour überschritten, mich auf der wunderschönen Isla del Sol immer noch am Titicacasee auf 3800 Metern Höhe ins Mittelmeer versetzt gefühlt, in Copacabana ein Volksfest voller sturzbetrunkener Bolivianer überlebt, bin in das energiegeladene und unglaublich lebendige La Paz eingetaucht, einen gigantischen Abstieg von 3600 Metern auf nur 60 Kilometern mit dem Mountainbike in vier Stunden überwunden, krank im Hostel in der Minenstadt Potosí gelegen, der Hauptstadt Boliviens, Sucre, einen Kurzbesuch abgestattet, habe bei -15 Grad in der surrealistisch schönen, weiten, weissen und wie von einer anderen Welt wirkenden Salzwüste von Uyuni gefroren und mich dann in heissen Quellen wieder aufgewärmt, bin mit dem Zug nach Argentinien geschnellt, habe mich in Salta das erste Mal seit langem fast wie in Europa gefühlt, auf einem Dach über Cordoba mit zwei Belgiern meinen Geburtstag gefeiert, das Geburtshaus Che Guevaras in Rosario fotografiert und - hier bin ich im Moment immernoch, in Rosario und - in wenigen Stunden geht es auf nach Buenos Aires, einer Stadt, auf die man sich nach alledem was ich auf der bisherigen Reise darüber vernommen habe mehr als freuen kann. Anschliessend dann ein letzter Stop in Montevideo, der Hauptstadt Urugays.
Ja, ihr habt richtig gehört, letzter Stop! Es ist besiegelt, meine Reise neigt sich dem Ende zu, und am 12. Juni bin ich wieder zurück in der fernen und inzwischen hoffentlich sommerlichen Heimat!
Bilder gibts diesmal erstmal keine, sobald ich allerdings zurück und zu Hause bin, wird diese Lücke schleunigst mit einigen weiteren Bildergalerien ausgeglichen. Stay tuned!
Baños, Riobamba, Nariz del Diablo, Cuenca
Fahrradfahren und thermalbaden in Baños mit vielen Wasserfaellen und Blick ins Amazonastiefland, eine Nacht bei Ruben, Diego & Co. - den Kindern von Ines - in Riobamba, die Fahrt per Zug die “Teufelsnase” runter und wieder hoch, und dann ab nach Cuenca - so ungefaehr meine letzte Woche in Kurzform.
Quilotoa
So - nun bin ich endgültig on the road! Nach den Dschungeltagen erstmal (wieder) ein paar Tage Quito, viele Leute wiedergetroffen (Quito kommt einem manchmal sooo klein vor), Party, zwei gute Konzerte, Nationalmuseum. Schöne letzte Tage dort.
Im Moment also bin ich unterwegs mit Christina, die in Intag gearbeitet hat, seit 2 Wochen dort fertig und nun ebenfalls auf Reisen in Richtung Süden ist.
Quilotoa - eine 3500m hohe Kraterlagune mit Indigena-Dörfern runderhum, wo Quechua noch Muttersprache ist. Um die Lagune eine Rundwanderung von etwa 5 Stunden - tolle Ausblicke, auch wenn der Cotopaxi leider in Wolken lag.
Cuyabeno
Vier Tage - ziemlich unbeschreibliche vier Tage. Neun Stunden Fahrt von Quito über holprige Strassen bis Lago Agrio im ecuadorianischen Teil des Amazonasbecken, drei Stunden weiter im Kleinbus und nochmal drei Stunden per Boot, dann waren wir da, im Cuyabeno-Reservat. Eine riesige Lagune mit aus dem Wasser wachsenden Bäumen, viele Flüsse, Regenwald. Affen, Papageien, tarantulas, Riesenameisen, die nach einem Biss zu vier Stunden Fieberkrampf führen würden, Flussdelfine, Sonnenuntergänge auf der Laguna Grande. Traumhaft. Und alles echt! Dazu natürlich pequeño Panchito, dessen Mutter von fiesen Affenschmugglern gegessen wurde und der dann bei einer Kontrolle vor selbigen gerettet wurden. Dazu ein toller Guide, und sogar das Essen mitten im Dschungel war gut. Und wie ihr seht konnte ich nicht widerstehen: Dank neuer Kamera gibts von nun an wieder Bilder!
Intag
Ich sitze nun im Moment in Otavalo im Internetcafé - soeben zurueckgekommen aus Intag.
Los ging es vergangenen Mittwoch mit einer durchaus abenteurlichen Busfahrt, ca. 3 Stunden ueber kleine und noch kleinere Strassen, teils nah an scheinbar in unendlichen Nebel fuehrenden Abgruenden - Ecuador in Reinform eben. Aber von Bergnebelwaelder bewachsene Haenge mit tiefen Taelern bieten - sollte der Nebel freie Sicht zulassen - oft beeindruckende Ausblicke. Angekommen in Apuela, einem der groesseren Orte im Intag-Gebiet mit immerhin 500 Einwohnern: Eine Hauptstrasse, eine kleine Plaza, drei kleine Restaurants, massig tiendas und Menschen, die ihm Vergleich zur schwarzen Kueste erstmal distanzierter, verschlossener wirken. In den folgenden Tagen, sobald man mit manchen Menschen etwas näher in Kontakt kam, aber durchaus auch viel Herzlichkeit und offenes Interesse. Hier also schlage ich für die nächste Woche Quartier auf. Hergekommen, um die dortigen deutschen Voluntarios zu treffen, die auch ueber yap hier sind und mit denen ich ja schon ueber Neujahr die Kueste unsicher gemacht habe.
Mit selbigen habe ich auch dann die naechste Woche verbracht. In den ersten Tagen gab es nicht wirklich viel zu tun - aufgrund der starken Regenfaelle in Ecuador derzeit (die ja anscheinend sogar schon in deutschen Nachrichten auftauchen) waren mehrere Strassen durch Erdruetsche nicht passierbar, sodass wir groesstenteils in Apuela festsassen. So haben wir denn einige Texte der Kooperative des Intag-Kaffees (Bioanbau, Foerdung von Kleinbauern, Vertrieb ueber Fair Trade etc.) ins Deutsche uebersetzt, da, wenn alles gut laueft, durch Initiative von Leon der Intag-Kaffee demnaechst auch in Deutschland ueber einen Fair-Trade-Vertrieb erhaeltlich sein wird.
Nachdem am Freitag immer noch keine Maschinen zum Strassenraeumen bereitstanden, da sie anscheinend anderswo an wichtigeren Verbindungen eingesetzt wurden, hat die oertliche Bevoelkerung dann in Form einer minga, einer Gemeinschaftsarbeit, mit ca. 60 Mann und Schaufeln die Strasse nach oben freigeraeumt - abenteuerlich, vor allem als dann die ersten LKWs ueber die gerade so halbwegs geraumte Erdpiste am Abgrund vorbei nach oben durchgefahren sind …
Bis Montag war dann aber dank inzwischen verfuegbarer Maschinenkraft alles frei und wir konnten in anderthalb Stunden zu einem Reserva fahren, wo die Voluntarios hier in den letzten Wochen einen Orchideengarten angelegt haben, samt Huette zum Unterstellen - fuer welche wir dann begonnen haben, ein Dach aus Zuckerrohr-“Stroh” zu bauen (bzw. das Material herbeizuschaffen, dank weiterer derrumbos (Erdrutschen) teils zu Pferd …).
Zum Abschluss am Dienstag hatte ich dann die Ehre, dem Abschiedsessen von Andi und Kristin bei ihrer Gastfamilie beizuwohnen - schöner Abend, guter Abschluss einer Woche Intag, und mein erstes cuy!
Ciao, Palma Real!
Wieder mehr als ein Monat seit dem letzten Eintrag!
Seit ca. zwei Wochen bin ich nun also endgültig fertig mit meinem Freiwilligendienst an der “schwarzen” Küste Ecuadors.
Die letzten 2, 3 Wochen in Palma Real waren vor allem geprägt vom frühen Winteranfang an Ecuadors Küste - zwar ohne Einfluss auf die Temperaturen, weiterhin stets um die 20 Grad oder mehr, allerdings mit grossem Einfluss auf die Niederschlagsmengen. Selbige verwandelten die Strasse von meinem Haus in Richtung Schule in eine einzige Schlammpiste, barfuss oder Gummistiefel einzige Möglichkeit, sich da durchzukämpfen. Der Fluss, der exakt zwischen meinem holden Heim und der einzigen Strasse liegt, war im Januar von dem kleinen, maximal knöchelhohen Bächlein, das ich aus den ersten drei Monaten gewohnt war, zu einem richtigen, meist brusthohen Fluss angewachsen - da das Kanu ein faustgrosses Loch am Bug hatte, war ein trockenes Überschreiten somit unmöglich. In der letzen Woche musste ich dann auch allen Ernstes zwei Mal schwimmen, um weg- bzw. wieder zurückzukommen.
Aufgrund dieser eher einschränkenden Klimabedingungen war dann auch mit Schule nicht allzuviel her - mehr als drei Mal pro Woche war nich drin. Somit waren diese letzten Wochen teils, naja, etwas öde.
Zum Abschluss dann, am 2. Februar, gabs dann noch ein schönes Schuljahrsabschlussfestle in der Schule, mit Keksen, Bonbons, viel Musik und einigen Abschiedsworten meinerseits. Gelungener Abschied insgesamt also!
Am Tag drauf gings dann nach Rocafuerte, Karneval war angesagt - eine durchfeierte und vor allem nasse Nacht (der offensichtlichste Karnevalsbrauch in Ecuador ist es, jedwedige bekannte und auch fremde Passanten auf jedwedige Art mit Wasser oder Seifenschaum zu bespritzen, bewerfen, übergiessen) als Abschied von den muchachos aus Rocafuerte.
Daraufhin ab nach Quito, wo ich mich im Moment immer noch herumtreibe. Ich wohne derzeit in einer WG von fünf anderen Deutschen, die hier im Norden von Quito ihren Zivi machen. Richtig mondänes Grossstadt-WG-Leben also - mit viel freier Zeit, mal wieder richtigen deutschen Gesprächen, einigen Disco-Abenden, zusammen bei irgendwelchen Filmen im Wohnzimmer abhängen etc. Ich geniesse es im Moment durchaus.
Dazu kommt dann noch eine stets wechselnde Anzahl an anderen Couchsurfern, im Moment zwei Französinnen, eine US-Amerikanerin, ein Grieche, eine Rumänin, eine Deutsche und ich.
In einigen Tagen werde ich dann zunächst in Richtung Norden nach Intag aufbrechen, eine Region ca. 4 Stunden per Bus von Quito, wo ich die Deutschen, mit denen ich schon über Neujahr unterwegs war, besuchen gehe. Selbige arbeiten dort in einem Umwelt- und Ökotourismusprojekt - in Intag wollen momentan mehrere internationale mineria-Konzerne Kupfer abbauen, mit wohl katastrophalen Folgen für die nach allen Erzählungen aussergewöhnlich schöne und unberührte Natur in Intag. Die erwähnten Projekte wollen nun genau dies verhindern und auch den Menschen vor Ort beispielsweise über kommunitären “Ökotourismus” alternative Einkommensquellen schaffen. Durchaus interessant also. Nun ja - wie lange ich dann dort bleiben werde, liegt noch im Ungewissen. Vielleicht bleibt es bei einem Besuch, vielleicht werde ich auch noch etwas arbeiten. Beizeiten mehr.
Montañita
Montañita - Surfen, Strand, massig korrekte Leute, phantastisches Wetter, mit 5 anderen coolen Deutschen (die alle hier in Ecuador auch Freiwilligendienst machen im Moment) in einem Doppelzimmer, dafuer auch nur 2 Euro pro Nacht - Urlaub pur, war gestern das erste mal Surfen, morgen ist hier dicke Sylvesterparty angesagt - ich geniesse es.
Ich lebe noch!
Ja, ich bin in der Tat weder von kolumbianischen Guerillos verschleppt worden noch an einem Spinnenbiss verendet - sollten aufgrund meiner zugegebenermassen etwas langen Nachrichtenabstinenz derartige Vermutungen aufgekommen sein, so denn - ich lebe!
Das es wirklich schon ueber einen Monat seit meiner letzten Nachricht an die Weltoeffentlichkeit ist hat mich dann aber doch selbst verwundert - ihr seht, Internet ist (und bleibt) hier Mangelware.
In Kuerze: Ich bin nach wie vor in Palma Real zu Gange, lebe nach wie vor bei Ines und Segundo, unterrichte nach wie vor meine muchachos in Mathe und Englisch.
Ansonsten war hier die letzten 4 Wochenenden Party angesagt. Los gings vor viereinhalb Wochen mit der fiesta de Chunguillo (Nachbardorf von Palma Real, von meinem Haus naeher als die Schule, ca. 15 min zu Fuss oder 5 min im Galopp zu Pferd). Samstag und Sonntag, jeweils bis zu spaeter Stunde - Bier, Salsa, election de la reyna, gestandene Maenner abgrundtief betrunken, Pferderennen, Wildwestfestivalstimmung. Am Sonntag gabs dann noch einen muehsam eingeprobten Marimba-Auftritt einiger Maedels meiner Schule bei einem Marimba-Schulwettbewerb - sehr amuesant. Atmosphaere war dort durchwegs gut, bin groesstenteils mit 3 esmeraldeños unterwegs gewesen, die hier mit Reggaeton und Showeinlagen die Stars des Abends waren. Ausserdem 2 Jungs aus Rocafuerte kennengelernt, selbige waren mich letzten Sonntag hier in Palma Real besuchen - Rubén, einer der beiden, hat mich dann mit kommunistischem Lesestoff der partida marxista-leninista versorgt und mich ueber die Geschichte der russischen Revolution ausgefragt - gute Gesellschaft also ;)
Vor zwei Wochen war dann grande baile en Argentina - nach Einladung von jemandem, den ich bei besagter fiesta kennenlernte, mit Freddy, einem meiner “Nachbarn”, und noch 2 Jungs so gegen 8 losgeritten, ca. eine halbe Stunde in flottem Trab durch die Pampa, Pferde neben den 20 anderen vor der Schule angebunden, in welcher dann bei den immergleichen Salsaklaengen getanzt wurde. Das Ganze endete dann gegen 1 Uhr in einer richtig klassischen, grossen Dorfschlaegerei - Irgendeine Frauengeschichte als Ausloeser, betrunkene Machos als Katalysator und die ebenfalls angetrunkenen amigos derselbigen natuerlich sofort mit dabei - am Ende ist dann wirklich das halbe Dorf auf den Beinen bzw. am Boden gewesen. Ausgesprochen interessant. Ging aber gluecklicherweise ohne Verletze aus, sodass wir ohne Probleme weiter zur naechsten Disco (einfach ein beschalltes Wohnzimmer irgendwo mitten in der Pampa) und von dort dann mit 2, 3 kleinen Wettgalopps in Windeseile nach Hause reiten konnten. Das ist also Samstagabendausgehen in Ecuador - Nachtbus is nich ;)
Letztes Wochenende zu guter letzt fiesta de La Perla, von Palma Real nochmal eine gute halbe Stunde per Auto weiter al dentro - wie zu erwarten die gleichen Salsaklaenge, Stimmung auch hier gut, einige Bekanntschaften der anderen fiestas wiedergetroffen etc.
Unter der Woche ist hier nun wirklich Alltag eingekehrt - aufwachen so gegen halb 6, 6, aufstehen gegen 7, kurzes Bad im Fluss, Kochbananen mit queso oder pescado frito zum Fruehstueck, dann gegen 8 mit Ines in Richtung Schule, hoffen, dass ein Pickup vorbeikommt, ansonsten eben eine gute halbe Stunde zu Fuss. Schule geht so bis 1, 2 oder 3 - je nachdem, ob es Mittagessen in der Schule gibt und nach Lust und Stimmung von Ines. Ich “unterrichte” weiterhin Mathe, helfe auch bei den anderen Faechern und auch etwas Englisch, wobei ich bei letzterem mich derzeit noch irgendwie etwas ueberfordert fuehle - ist schwieriger als erwartet, Materialien oder sowas Fehlanzeige und hier gibts einfach niemanden sonst der Englisch spricht. “Hello, my name is …” kann man bei manchen aber immerhin schon mit gutem Willen fast fuer Englisch halten.
Die Nachmittage meistens ruhig, ab und an nach Rocafuerte, oder Geklimper auf der Gitarre, die ich hier gefunden habe und die, nachdem ich erstmal nach langer und verzweifelter Suche neue Saiten erstanden habe, sogar halbwegs bespielbar ist.
Recent comments
1 day 17 hours ago
1 day 17 hours ago
5 weeks 6 days ago
1 year 23 weeks ago
1 year 24 weeks ago
1 year 26 weeks ago
1 year 33 weeks ago
1 year 37 weeks ago
1 year 38 weeks ago
1 year 39 weeks ago